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Landesverband Hessen lehnt Modernisierung der Jugendherberge Geislitz ab

Landesverband Hessen lehnt Modernisierung der Jugendherberge Geislitz ab

Kreisspitze und Gemeinde Linsengericht wollen Standort im Spessart erhalten und nachhaltig entwickeln

Main-Kinzig-Kreis. – Im Oktober 2016 hatte der Hessische Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks noch von einem „Ausbaukonzept“ für den Standort Geislitz gesprochen, doch nun scheint das Ende der Einrichtung besiegelt. „Der Landesvorstand hat uns mitgeteilt, dass man kein Geld mehr in das dortige Haus investieren will“, berichten Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler von der überraschenden Wendung. Die Kreisspitze und die Verantwortlichen der Gemeinde Linsengericht reagieren mit Unverständnis auf diese Ankündigung, denn sie wollten den geplanten Neuanfang finanziell unterstützen.
„Wir haben kein Verständnis dafür, dass der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks unser Angebot einer 50prozentigen Förderung an den notwendigen Modernisierungsmaßnahmen ablehnt und somit das Aus der letzten Jugendherberge im gesamten Main-Kinzig-Kreis besiegelt. Das werden wir nicht kommentarlos hinnehmen“, erklären die Kreisspitze und der Bürgermeister. In gleicher Weise äußern sich auch der CDU-Kreistagsabgeordnete Uwe Häuser, Brigitte Senftleben (Freunde und Förderer der Jugendherberge Linsengericht), Simone Bartelt-Dommer (DJH-Kreisverband) sowie der FW-Kreistagsabgeordnete Heinz Breitenbach.
Der Main-Kinzig-Kreis und die Gemeinde hatten sich in der Vergangenheit mehrfach klar zum Fortbestand der Jugendherberge in Geislitz bekannt und auch öffentlich eine anteilige Finanzierung der notwendigen Sanierungsarbeiten in Aussicht gestellt. Das Haus in Linsengericht ist seit einiger Zeit „wegen notwendiger Reparaturarbeiten geschlossen“, ohne das bisher ein konkreter Sanierungsplan vorliegt. Um die Unterkunft wieder auf einen zeitgemäßen und attraktiven Stand zu bringen, sind Investitionen von weit über einer Million Euro nötig.
Die Kreisspitze sowie die Verantwortlichen der Gemeinde Linsengericht haben nun bei einem Ortstermin noch einmal klar Position bezogen. „Wir haben sehr großes Interesse daran, dass unsere Jugendherberge bald wieder geöffnet werden kann und Kindern, Jugendlichen und Familien in neuer Qualität zur Verfügung steht“, so die gemeinsame Erklärung. Die negative Entscheidung des Deutschen Jugendherbergswerks werde nicht wortlos hingenommen.

Allein im Main-Kinzig-Kreis zählt der Verband über 12.000 Mitglieder, die mit ihren Beiträgen zum Fortbestand der Einrichtungen beitragen. Zudem biete der Standort in Geislitz die besten Voraussetzungen, um das vom DJH-Landesverband Hessen unterstützte Konzept „Erlebnis Nachhaltigkeit“ sinnvoll umzusetzen.
Auch vor dem Hintergrund der touristischen Entwicklung im hessischen Spessart sei die drohende Schließung nicht hinnehmbar. „Das Haus liegt unmittelbar am Premiumwanderweg Spessartbogen und ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil in der Urlaubsregion“, betonen Landkreis und Gemeinde. Außerdem verweisen sie darauf, dass die Jugendherberge Geislitz im Sommer 2010 zur ersten „Naturpark-Jugendherberge“ in Deutschland ausgezeichnet wurde.
Doch seit rund drei Jahren wird öffentlich über die dringend notwendige Neuausrichtung und damit verbundene Investitionen diskutiert. Die Gemeinde Linsengericht und der Main-Kinzig-Kreis möchten nun mit Blick auf die Anstrengungen als Tourismusstandort die Synergien nutzen und sich dafür einsetzen, dass die 1959 geöffnete Jugendherberge eine Zukunft hat.
„Die Entscheidung des Deutschen Jugendherbergswerkes am grünen Tisch in Frankfurt ist ganz klar eine Entscheidung gegen den ländlichen Raum“, machen Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, Bürgermeister Albert Ungermann deutlich. Das Unverständnis ist auch deshalb so groß, da der Kreis und die Gemeinde unmittelbar eine hälftige Beteiligung an den geschätzten Kosten von 1,4 Millionen zugesagt hatten.
Auch vor diesem Hintergrund erwarten der Main-Kinzig-Kreis und die Gemeinde jetzt, dass sich das Land Hessen positioniert und ebenfalls für den Erhalt des Standortes Geislitz kämpft. Das Land ist für die Bewilligung der Fördergelder für die Jugendherbergen verantwortlich. „Wir erwarten, dass die Standorte erhalten und gefördert werden, wo sich auch der Kreis und die Gemeinde – wie in diesem Fall – nachhaltig engagieren“ so die gemeinsame Erklärung. Zudem gehe es hier um die einzige Jugendherberge im hessischen Spessart.

Sie kämpfen gemeinsam für den Erhalt der Jugendherberge in Geislitz (von links): CDU-Kreistagsabgeordneter Uwe Häuser, Brigitte Senftleben (Freunde und Förderer der Jugendherberge Linsengericht), Landrat Thorsten Stolz, Simone Bartelt-Dommer (DJH-Kreisverband), Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, FW-Kreistagsabgeordneter Heinz Breitenbach und Bürgermeister Albert Ungermann.

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